Diveschow: battle of port Laguna

Ich habe das Toverland am Freitag, den 14. Mai 2010 zum ersten Mal besucht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade meine drei schriftlichen Abiturprüfungen in Deutsch, Englisch und Mathematik hinter mich gebracht und stand kurz vor der mündlichen in Geschichte. In Bezug auf Freizeitparks war ich damals noch ein Greenhorn. Tatsächlich kannte ich bis dato nur das Phantasialand. Ansonsten beschränkten sich meine Kenntnisse auf Kirmessen, Tierparks sowie auf die eine oder andere Sommerrodelbahn.

Das Toverland war also der zweite Freizeitpark auf meiner persönlichen Liste, die seitdem selbstverständlich viel länger geworden ist. Aber natürlich bin ich nicht unvorbereitet nach Sevenum gefahren: Ein paar Attraktionen waren mir bereits im Vorfeld ein Begriff. Hierzu zählten zum Beispiel die Wildwasserbahn Backstroke, der Junior Coaster Boomerang, das Funhouse Villa Fiasko, der Motorbike Coaster Booster Bike, das Laufgeschäft Toverhuis und natürlich die Holzachterbahn Troy, auf die ich besonders neugierig war. Schließlich kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Anlage dieser Art.

Wenn ich einen neuen Freizeitpark besuche, passe ich meine Erwartungshaltung immer entsprechend an. Wenn ich im Wartebereich einer Attraktion stehe, die in aller Munde ist, erwarte ich selbstverständlich mehr als wenn ich ein Fahrgeschäft nutze, das nur selten positive Resonanzen erfährt. Im Anschluss an den Besuch bewerte ich jede genutzte Attraktion auf einer Skala von 1 bis 10, wobei ich relativ hohe Maßstäbe bzw. Kriterien ansetze. (Hierbei ist anzumerken, dass Kinderattraktionen immer eine Mindestanzahl von fünf Punkten erhalten. Ich gehöre nicht zur Zielgruppe solcher Fahrgeschäfte, möchte aber immer so viele Anhaltspunkte wie möglich mitnehmen, um den Park so gut wie es nur geht kennenlernen zu können. Deswegen liegt es mir fern, Kinderattraktionen negativ zu bewerten.) Die Bestnote von zehn Punkten kam bei rund 1.000 genutzten Fahrgeschäften erst 17 Mal zum Einsatz. Allerdings hat diese Methode dazu geführt, dass ich heute von mir behaupten kann, nur in absoluten Ausnahmefällen eine Enttäuschung erlebt zu haben.

Man kann also sagen, dass ich am 14. Mai 2010 zusammen mit meiner stets angepassten Erwartungshaltung Achterbahn gefahren bin. Aus heutiger Sicht kann man sich wahrscheinlich kaum vorstellen, dass Booster Bike damals eine der Parkgrenzen gewesen ist. Viele Highlights des Parks, die wir heute als selbstverständlich ansehen, gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht: Vom magischen Tal, von Avalon und von Port Laguna fehlte damals noch jede Spur. Anstelle der beliebten Bobkartbahn von Maximus Müller befand sich der Woudracer, eine Anlage desselben Typs und desselben Herstellers. Sogar Ithaka konnte zu diesem Zeitpunkt nur ein Fahrgeschäft aufweisen. Viele Attraktionen hatten damals noch andere Namen oder befanden sich an einem anderen Ort. Der Kletterspielplatz Fort Boreas, der heute ein Bestandteil des magischen Tals ist, befand sich damals beispielsweise noch im Land van Toos und hieß Klimkasteel. Und wo wir schon von Toos sprechen: Zum Kostüm von Toos Toverhoed gehörten damals noch deutlich vorstehende Schneidezähne.

Ich bin also mit dem Wissen ins Toverland gefahren, dass ich den Park wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden mehr oder weniger vollständig kennengelernt haben würde. Und dennoch konnte er mich vom ersten Moment an überzeugen. Die vielen verschiedenen Fahrgeschäfte haben schon damals restlos alle Altersklassen abgedeckt, die magische Stimmung wurde toll vermittelt und mit Troy konnte das Toverland eine Attraktion aufweisen, die das Prädikat „Highlight“ wahrlich verdient hat. Nicht umsonst gehört die Holzachterbahn von Great Coasters International zu den eben erwähnten 17 Attraktionen, die von mir die Bestnote erhalten haben. Ich bin seitdem viele weitere Anlagen dieser Art gefahren, darunter Highlights wie Joris en de Draak (Efteling), Colossos (Heide Park Resort), Wodan - Timburcoaster (Europa-Park), El Toro (Freizeitpark Plohn) oder Mammut (Erlebnispark Tripsdrill). Eine Sache haben sie alle gemeinsam: Sie sind nicht einmal ansatzweise an Troy herangekommen. Insgesamt hat mir der Besuch im Toverland so gut gefallen, dass ich fast genau zwei Monate später wieder dorthin gefahren bin, um mir die beiden Neuheiten Scorpios und De Paarden von Ithaka anzuschauen. Seitdem war ich ziemlich häufig im Toverland, bis im Jahr 2019 schließlich meine erste Jahreskarte folgte. Ich finde es extrem spannend, den Werdegang eines Freizeitparks nicht nur mitzuerleben, sondern auch zu dokumentieren. Damit lässt sich auch meine Arbeit an dieser Infoseite begründen.

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