Technische Daten

Hersteller: Unbekannt
Typ: Bootsfahrt
Fahrzeit: ca. 15:00 Minuten
Zeitraum: 1968 - 1978
Inhalt
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    Thematisierung

    Bei der Seeräuberfahrt nach Carthagena handelte es sich um eine Bootsfahrt, die sich von 1968 bis 1978 im Phantasialand befand. Wie man am Namen der Attraktion bereits erkennen kann, wurde sie mit einem Piratenthema versehen. Das Stationsgebäude war ein kleines koloniales Schloss, in dem sich entsprechende Dekorationsobjekte wie Kanonen, Säbel und Schwerter befanden. Die elektronisch angetriebenen Boote fuhren einmal um den ganzen Märchensee. Der Bug war als Pferdekopf gestaltet, während sowohl die Backbord- als auch die Steuerbordseite von jeweils sieben individuell gestalteten Schildern geziert wurden. Aufgrund einer Abdeckplane konnten die Gäste bei schlechter Witterung nicht nass werden.

    Fahrt

    Sowohl die Seeräuberfahrt nach Carthagena als auch ihr Nachfolger, die Wikingerbootsfahrt, bestachen durch eine verhältnismäßig lange Fahrzeit von ungefähr 15 Minuten. Aufgrund dieser beachtlichen Dauer war es den Besuchern hier erlaubt, Speisen und Getränke zu sich zu nehmen, was auf den Attraktionen des Parks normalerweise verboten war. Die Fahrt kann in drei Teile gegliedert werden: Zuerst fuhr man am (vom Fahrgast aus gesehen) rechten Ufer des Märchensees entlang. Hier begegnete man bereits den ersten Animatronics. (In einer besonders ikonischen Szene jagte ein Nashorn drei Piraten einen Baum hinauf.) Kurz vor der Einfahrt in die Piratenhöhle warteten dann ein paar Krokodile auf die Besucher. Diese lagen entweder auf einem Felsen oder tauchten plötzlich aus dem Wasser auf.

    Nachdem man die Krokodile hinter sich gelassen hatte, gelangte man in die Piratenhöhle, in der es ein paar bewegte Szenen zu sehen gab, die jedoch keinen inhaltlichen Bezug zueinander hatten und mehr oder weniger zusammenhangslos verliefen. Hier wurde das Alltagsleben der Piraten in der Hafenstadt Carthagena gezeigt, während im Hintergrund der weltbekannte Shanty What Shall We Do With The Drunken Sailor? zu hören war. Es liegt übrigens nahe, dass die Piratenstadt Carthagena ein reales Vorbild hat: Sowohl in Spanien als auch in Kolumbien gibt es tatsächlich Städte bzw. Gemeinden, die auf den Namen Cartagena hören. Der Weg der kolumbianischen Gemeinde Cartagena hat sich im Laufe der Jahre oft mit dem von Piraten gekreuzt. Und das ist kein Wunder, denn die Stadt war früher eine Zwischenstation für die spanische Silberflotte, die zweimal im Jahr nach Cartagena segelte, um Alltagswaren und Edelsteine zu verkaufen. Darüber hinaus mussten die englischen und niederländischen Sklavenschiffe nach Cartagena segeln. Diese Umstände führten dazu, dass die Stadt häufig von Piraten attackiert und geplündert wurde. Nach einem schweren Überfall im Jahr 1585 errichteten die Bewohner der Stadt einen elf Kilometer langen Schutzwall und eine effektive Wehranlage. Von nun an konnten die Piratenangriffe abgewehrt werden, was mit der Zeit dazu führte, dass Cartagena als uneinnehmbar galt.

    Im Anschluss an die Piratenhöhle gelangten die Boote wieder ins Freie. Hier fuhr man am Piratenschiff Il Leone vorbei, auf dem sich Piratenfiguren an Kanonen befanden. Daraufhin fuhren die Gäste an Nilpferden vorbei, die entweder regungslos im Wasser verharrten oder plötzlich aus dem Wasser auftauchten. Danach gelangten die Boote zu einer Affenhöhle, hinter der ein bewaffneter Pirat sichtlich auf ein Opfer lauerte. Der letzte Streckenabschnitt führte die Besucher schließlich durch eine Tempelruine, die von Elefanten bevölkert wurde. In alten Parkmagazinen wurde oft angedeutet, dass es sich hierbei um die versunkene Stadt Atlantis handeln soll. Anschließend gelangten die Boote wieder zurück zur Station.

    Umgestaltung

    Bei einem heftigen Sturm im Jahr 1978 wurde die Seeräuberfahrt nach Carthagena so schwer beschädigt, dass sie vorübergehend geschlossen werden und überarbeitet werden musste. Man entschied sich gegen einen Ersatz im ursprünglichen Thema und gestaltete das Fahrgeschäft zur Wikingerbootsfahrt um, die im Jahr 1979 eröffnet wurde. Der Großteil der Animatronics und Dekorationsobjekte konnte allerdings übernommen werden, weshalb sich die beiden Attraktionen trotz der thematischen Unterschiede ziemlich ähnlich waren. Ein stetig sinkender Wasserpegel und eine immer schlechter werdende Wasserqualität führten im Jahr 1999 jedoch zur Schließung der Wikingerbootsfahrt. Eigentlich sollte sie schon nach der Saison 1998 geschlossen werden, allerdings wollte der Park die Attraktion erhalten und unternahm folglich noch ein paar entsprechende Versuche, die jedoch nicht von Erfolg gekrönt waren und im Mai 1999 zur endgültigen Schließung führten. Das Piratenschiff Il Leone befand sich trotzdem noch einige Jahre lang auf dem Märchensee und wurde sogar effektvoll für das Festival der Lichter und eine entsprechende Lasershow genutzt. Die Animatronics der Attraktion wurden teilweise an den Erlebnispark Straßwalchen verkauft. Der Märchensee hört inzwischen auf den Namen Mondsee, ist ein Teil von Baumbergen und beherbergt die beiden Attraktionen Wözls Wassertreter und Wakobato.

    Videos

    Galerie

    Seeräuberfahrt nach Carthagena